Bibelwort


Wir glauben all an einen Gott…
meinen wir auch denselben?

Als die erste muslimische Ministerin Deutschlands Aygül Özkan ihren Amtseid mit dem Halbsatz "So wahr mir Gott helfe" abschloss, begründete sie die Verwendung der sogenannte Gottesformel damit, dass sie an den "einen und einzigen Gott" glaube, der Christen, Muslimen und Juden gemeinsam sei. Der Beifall war ihr dafür sicher, denn es ist eine weitverbreite Meinung, dass doch alle an denselben Gott glauben würden und somit jeder Streit zwischenden Religionen überflüssig sei.

Sicher kann man Özkans Aussage zustimmen, dass es nur einen Gott gibt, doch damit ist noch nicht die
Frage beantwortet, wer dieser Gott ist und ob er in allen Religionen gleich ist.

Für Christen ist Jesus das abschließende Wort Gottes, für den Islam der Koran das letzte Wort Gottes, für Christen ist Jesus der Mensch gewordene Gott, der verheißene Messias des jüdischen Volkes und
der Heiland der Welt, der gestorben und auferstanden ist, für Muslime und Juden eine nicht akzeptable
Überzeugung. Die tiefen Unterschiede im Verständnis der Offenbarung Gottes dürfen nicht einfach geleugnet und eingeebnet werden. Wemhier alles gleich gültig ist, kann es auch schnell gleichgültig werden.

Wenn wir von den drei abrahamitischen Religionen sprechen, macht dies deutlich, dass alle drei Religionen sich auf Abraham als ihren Stammvater berufen und monotheistisch sind, also nur den einen
Gott bezeugen. Diese und andere Gemeinsamkeiten brauchen wir nicht zu leugnen. Doch damit ist ja
keiner Gleichmacherei das Wort geredet. Wir wollen uns mit Respekt und Achtung begegnen, aber ohne unser Bekenntnis zu verleugnen. Und das lautet, wie der Apostel Petrus bezeugt: (Apg. 4)

Es ist in keinem andern das Heil, ist auch den Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir selig werden sollen, als der Name Jesu.

Es grüßt Sie und euch,
Ihr Superintendent
Walter Hein